Im Gespräch mit Oxana Hagen

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Was haben Sie vor der Umschulung bei der SBB Kompetenz gemacht? Erzählen Sie uns bitte ein wenig über Ihre Vergangenheit.

Ich kam 2001 mit Ende 20 aus Russland nach Deutschland und habe zunächst Sprachkurse besucht. In meiner Heimat hatte ich eine Ausbildung zur Programmiererin gemacht, die in Deutschland leider nicht anerkannt werden konnte. Somit fand ich auch keinen Einstieg in diesen Beruf. Nach einem kaufmännischen Training mit Praktikum ergab sich leider auch kein Berufseinstieg.

Sie haben dann vor 3 Jahren eine Umschulung in Teilzeit bei uns angefangen. Warum?

Ich wollte unbedingt unabhängig sein. Ich bin alleinerziehende Mutter und konnte meinen Kindern kaum etwas bieten. Mir wurde schnell bewusst, dass ich eine anerkannte Ausbildung in Deutschland benötige, um dieses Ziel zu erreichen. Zum Glück habe ich die Zusage mit Bildungsgutschein bekommen.

Und dann haben Sie auch noch als eine der Besten abgeschlossen.

Über meine 1,0 als Endnote bin ich sehr stolz. Es war viel Arbeit, viel Lernen und wenig Zeit für meine Töchter, die sich sehr mit mir freuen. Meine ältere Tochter hat mich sehr motiviert und mich auch beim Deutsch-Lernen begleitet.

Eine Ihrer Töchter hat Sie heute begleitet und ist sichtlich stolz auf ihre Mama.

Ja, das ist sie. Zu Beginn meiner Umschulung war sie gerade einmal sieben Jahre alt. Einem Kind zu vermitteln, dass man wenig Zeit für sie hat, weil man lernen muss, ist schwierig. Sie hat das aber verstanden und mich sogar im Haushalt unterstützt. Wir waren ein tolles Team und es hat sich für uns beide gelohnt.

Und wie geht es jetzt weiter?

Ich habe direkt eine Anstellung als Buchhaltungsassistenz bekommen. Unbefristet! Während meiner Umschulung habe ich in einem Steuerberatungsbüro die betriebliche Phase verbracht und eine Vorliebe für Zahlen entwickelt.

Wir freuen uns sehr für Sie. Möchten Sie noch etwas erzählen, dass Ihnen persönlich auf dem Herzen liegt?

Sehr gerne. Ich hoffe, ich kann ein Vorbild für viele russische Frauen sein, die in derselben Situation sind wie ich vor meiner Umschulung war. Ich möchte sie ermutigen diesen Schritt zu gehen. Es ist meist eine große Überwindung, weil viele in Ihrer Heimatsprache verharren und dadurch immer eine Blockade in der Kommunikation haben. Ich habe von Beginn an die deutsche Sprache gelernt und weiß heute, wie wichtig das war. Bei mir gibt es kein russisches Fernsehen, wir sprechen deutsch zu Hause. Ich bin jetzt 42 Jahre jung und starte in eine neue Lebensphase.

Wir möchten Ihnen noch einmal von Herzen gratulieren und hoffen, dass Ihnen viele folgen werden.

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