Teilnehmer Story Mohammad Al Badawi

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Mohammad Al Badawi (22) ist in Damaskus, Syrien, geboren und aufgewachsen.

Im November 2014 musste er sein Heimatland verlassen, ohne seine Frau. Sein Wunsch ist, dass seine Frau möglichst bald nachkommen kann.  

„Ich hatte“, erinnert er sich, „wenig Zeit zum Überlegen, weil ich mich nicht an diesem Krieg beteiligen wollte. In Syrien werden alle Männer zwischen 18 und 40 Jahren vom Militär als Soldaten rekrutiert – also musste ich meine Heimat verlassen.“

Die Familie hat zusammengelegt, um ihm und seinem Bruder zur Flucht zu verhelfen.  „Natürlich ist es schwer, ins Ungewisse zu gehen und Angehörige und Freunde in einem Land zurück zu lassen, in dem Nahrungsmittel und Medikamente knapp sind.“

Sein Traumziel vor Augen, in Deutschland als Ingenieur bei BMW oder Mercedes zu arbeiten, gibt ihm die Kraft Deutsch zu lernen und die schwierige Lebenssituation in der Flüchtlingsunterkunft zu meistern.

Seinen Integrationskurs absolviert Mohammad Al Badawi bei der SBB Kompetenz. Dort fühlt er sich sehr gut unterstützt und möchte keinen Tag verpassen. „Jedes Mal freue ich mich, dass ich die Lehrer schon verstehen kann und merke, wie schnell ich lernen kann.“

Das erste Etappenziel nach dem Integrationskurs ist der Abschluss im Sprachniveau B1. Das hat er bald geschafft. Im nächsten Schritt wird es um die berufliche Orientierung gehen. Auf welche Kenntnisse kann er aufbauen? Es muss geklärt werden, ob das Abitur in Deutschland anerkannt wird und er damit die Voraussetzung für ein Studium mitbringt.

Um seinen Weg als Ingenieur zu realisieren wird er Zielstrebigkeit und Ausdauer benötigen. Die Basis dafür sind der Studienplatz, ein gesicherter Aufenthaltsstatus und Finanzierungsmöglichkeiten für das Studium. Wichtig ist auch das soziale Umfeld und allen voran seine Frau, mit der er zusammenleben möchte.

M. Al Badawi ist Mitbegründer des Vereins OpenEyesOpenHearts e. V. und engagiert sich in diesem Rahmen. Es ist ihm ein wichtiges Anliegen, dass Menschen die Geschichte Ihrer Flucht erzählen können, auch um das Verständnis für die schwierige Situation der betroffenen Menschen zu stärken und die einzelnen Schicksale aufzuzeigen.

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