SBB Journal

Für Euch aufbereitet: Das SBB Journal ist unsere journalistische Seite, in der wir uns intensiv mit Themen befassen, die unser Arbeitsalltag mit sich bringt und von denen wir denken, dass darüber gesprochen und gelesen werden sollte. 

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Bauer to the People - Verbraucher und Landwirte schwärmen!

Lebensmittel regional einkaufen sorgt für kurze Transportwege und schont die Umwelt. Aber stammen die Lebensmittel aus nachhaltigen landwirtschaftlichen Betrieben? Und was passiert eigentlich mit den ganzen verderblichen Waren auf dem Wochenmarkt, die nicht verkauft wurden?
Mit einer Kombination aus Online-Shop und Bauernmarkt bringt Marktschwärmer Verbraucher und Erzeuger zusammen.
Das Unternehmen versteht sich als Teil einer öko-sozialen Ernährungswende. Die regionale Wertschöpfung und eine nachhaltige Esskultur stehen im Fokus.
Und so funktioniert es: Der Kunde bestellt und bezahlt online. Die Bestellung holt er dann einmal pro Woche bei einem Regionalmarkt in seiner Nähe ab. Die einzelnen Anbieter wissen somit genau, wie viel Ware sie zum Markt mitnehmen müssen - es bleibt also nichts übrig, nix wird weggeschmissen.
Die Preise bestimmen sie selbst. Der Kunde bekommt frische Lebensmittel aus seiner Region mit persönlichem Kontakt zum Erzeuger. Das Angebot reicht von Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, über Eier, Molkereiprodukte bis hin zu Brot, Honig und Feinkost.
Marktschwärmer stellt die Online-Plattform bereit, die faire Vertriebswege für kleine Erzeuger sicherstellt, und Verbrauchern den transparenten Zugang zu hochwertigen, regionalen Produkten ermöglicht. Die Regionalmärkte, die Schwärmereien, sind dabei als eigenständige Gemeinschaft organisiert. Marktschwärmer unterstützt die Gastgeber und Anbieter beim Aufbau der Schwärmereien. So entsteht ein dezentrales Netzwerk aus lokalen Gemeinschaften. Von dem erzielten Umsatz der einzelnen Anbieter geht ein kleiner Teil an Marktschwärmer zur Finanzierung der Online-Plattform, und an die Organisatoren der Schwärmereien.
Ursprünglich stammt die Idee aus Frankreich. Hier wurde das Projekt 2011 unter dem Namen "La Ruche Qui Dit Oui!" ("Der Schwarm der Ja! sagt") gestartet. Seitdem sind dort mehr als 800 regionale Märkte entstanden. Weitere Projekte folgten in Spanien, Italien, Belgien, Niederlande und in der Schweiz. 2014 griff ein fünfköpfiges Team aus Berlin dieses Konzept auf, und eröffnete den ersten Regionalmarkt in der Hauptstadt. Zunächst heißt das Projekt Food Assembly, wurde dann aber 2017 in Marktschwärmer umbenannt.
Aktuell gibt es in Deutschland bereits 64 Schwärmereien in 9 Bundesländern. 51 weitere befinden sich noch im Aufbau. Und eine davon entsteht gerade in Hamburg Dulsberg.

Von Jörg Kruse

 

Kooperationspartner

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